Auf die Aussage und Forderung der CDU-Landtagsfraktion, das Gartenreich sei vordringlich wegen des Eichenprozessionsspinners in Gefahr, erwidert Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und regionale Abgeordnete für Dessau-Roßlau – Wittenberg:
„Das UNESCO-Welterbe Gartenreich Wörlitz und das Biosphärenreservat Mittelelbe sind in Gefahr. Aber diese droht aus einer gänzlich anderen Richtung, als die CDU meint. Die Landesregierung hat in ihrer Antwort auf meine aktuelle Kleine Anfrage eindeutig bestätigt, dass die Sohlerosion die zentrale Gefahr für unsere wunderschönen Auen ist. Die Dringlichkeit, die Sohlerosion schnellstmöglich zu verringern oder möglichst schnell zu stoppen, wird dadurch verdeutlicht, dass das Gartenreich Wörlitz in Gefahr ist, wenn wir hier nicht gegensteuern“, betont Lüddemann.
„Wenn der CDU wirklich daran gelegen ist, in angemessener Art und Weise, das Unesco-Weltkulturerbe dauerhaft vor Schäden zu schützen, darf es keinen Ausbau der Elbe geben“, stellt Lüddemann klar. Wer über das Ausbaggern der Elbe fantasiert, nimmt das Ende des Gartenreichs Wörlitz und des Biosphärenreservates Mittelelbe in Kauf“, macht die Fraktionsvorsitzende deutlich.
Die Landesregierung bestätigt in ihrer Antwort, dass der Elbeausbau die Sohlerosion verstärken würde. Für die Fraktion ist nach der Antwort klar, dass Umweltschutz mehr denn je gebraucht wird. Auf die Frage des ökologischen Zustands der Elbe antwortet die Landesregierung mit „unbefriedigend“. „Dieser Zustand entspricht nicht unserem Grünen Anspruch. Wir wollen alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand bringen. Künftige Generationen sollen wieder sorgenfrei und voller Freude in unseren Flüssen und Seen baden können“, so Lüdemann.
Das Gesamtkonzept Elbe erlaubt nur Maßnahmen, welche den ökologischen Zustand der Elbe nicht verschlechtern. Die Landesregierung hält das Fahrrinnenziel von 1,40 Meter Wassertiefe für die Schiffe an 345 Tagen im Jahr für erreichbar. „Wir verstehen nicht, wie diese Einschätzung zustande kommt. Laut der Anfrage hatte die Elbe im vergangenen Jahr nur an 262 Tagen eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,40 Meter, im Jahr 2015 war es sogar an nur 185 Tagen. In den kommenden Jahrzehnten wird Sachsen-Anhalt trockener und wärmer werden, das sagen landeseigene Studien zu Auswirkung des Klimawandels hierzulande voraus. Wasser kann man nicht einfach herzaubern. Deswegen rufe ich die Landesregierung zu Realismus auf. Das Ziel 1,40 Meter Fahrinnentiefe an 345 Tagen im Jahr gehört ad acta gelegt.“
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