Marie Kettmann und Cornelia Lüddemann – Zwei Abgeordnete begegnen sich

CIMG5039Internationaler Denkmaltag – 18. April 2014

Vor beinahe einhundert Jahren wurde Marie Kettmann als erste Frau deutschlandweit in den Landtag Anhalts gewählt, nur zwei Wochen nach Verabschiedung des Frauenwahlrechts im Reichstag. Marie Kettmann hatte während ihrer vier Jahre im Parlament nur einmal die Möglichkeit vor den Abgeordneten zu sprechen: Sie hatte zu einem Einspruchsverfahren über die Wahl der Hebamme zu berichten.

Vor ein paar Wochen berichtete die Landtagsabgeordnete Cornelia Lüddemann vor dem Landtag Sachsen-Anhalts über die bedrohte Zukunft des Hebammenberufes. Doch im Gegensatz zu Frau Kettmann ist es für sie heute selbstverständlich, Abgeordnete zu sein, ihr Wort zu erheben und gehört zu werden. „Es war spannend, diese Verbindung zwischen Marie Kettmann und mir zu entdecken. An dieser Stelle stand der Landtag Anhalts, in dem sie damals wirkte.“ erzählt Cornelia Lüddemann.

Erinnerungskultur hilft, über den Horizont des selbstverständlichen Alltags hinaus zu blicken und Wege und Zusammenhänge zu erkennen, die sonst verborgen bleiben. Ein guter Anlass ist der Internationale Denkmaltag. 2008 hat Claudia Roth gemeinsam mit dem bündnisgrünen Kreisverband Dessau-Roßlau die Patenschaft für diesen FrauenOrt im Herzen der Stadt übernommen.Frauenorte

 

 

Hintergrund: Der Aktionstag wurde 1982 eingeführt durch den International Council on Monuments and Sites (ICOMOS, dt.: internationaler Rat für Denkmalpflege) in Zusammenarbeit mit der UNESCO. 

Ein Denkmal ist ein Objekt, dem im Rahmen der Erinnerungskultur ein besonderer Wert zugesprochen wird. Es steht für ein Ereignis, eine Person oder einen Zustand der Vergangenheit. Als schützenswertes Gut kann es Denkmalschutz genießen.

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