Ob jung oder alt, gesund oder nicht – die meisten Menschen wollen ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden. Und das so lange wie nur möglich.
Diesen Standpunkt vertraten durchweg alle Teilnehmende, die der Einladung von Ralf Zaizek, Geschäftsführer der AVENDI Senioren Service Dessau GmbH, an den Grünen Kreisverband gefolgt waren. „Um diesen Wunsch auch im hohen Lebensalter oder bei schwerer Krankheit verwirklichen zu können, ist allerdings die Unterstützung von Familienangehörigen, Nachbarn, Bekannten gefragt. Für Angehörige ist es nicht immer leicht, Zeit zu schaffen um die notwendige und gewünschte Hilfe zu leisten. Oft sind sie beruflich eingebunden, organisieren ihren Alltag bereits um die eigenen Kinder und wohnen möglicherweise nicht im selben Ort oder gar im selben Land“, erklärt Cornelia Lüddemann, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Sachen-Anhalt. Genau diese Frage stellte sich Frau Häntsch, Bewohnerin der ersten Stunde und Mitglied im Heimbeirat, als sie am 2. Mai 2003 nach einem Sturz verunfallte und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Die Diagnose: Pflegefall.
„So wie in diesem Beispiel ergeht es vielen“, knüpfte Heimleiterin Angelika Zaizek an, “solange man nicht selbst betroffen ist, ist es ein Tabuthema. Tritt die unerwartete oder verdrängte Situation ein, sehen die Dinge anders aus und viele denken dann über Inanspruchnahme eines professionellen Dienstleistungsanbieters nach.“
Die Pflegedienstleistungsbranche erfährt derzeit massiv die Auswirkung des Fachkräftemangels. Das Berufsfeld Pflege und Pflegeeinrichtungen selber gewinnen immer mehr an Bedeutung, aber gesellschaftliche Anerkennung und Respekt sind nicht in erforderlichem Maße gewachsen. „In die Pflege gehen, kann jeder“, moniert Ralf Zaizek die verbreitete Meinung über das Berufsbild und betont, „…ein Azubi bestreitet beinahe ein halbes medizinisches Studium und trägt demnach ein sehr hohes Maß an Verantwortung.“ „Die beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten sind vielseitig und die Karrierechancen sehr hoch“, knüpft die Heimleiterin an und erklärt: „Die Qualität der Pflege, die Gesundheit aller und das Wohl der Betroffenen stehen stets im Vordergrund.“
Der gesetzlich vorgeschriebene Heimbeirat trifft sich regelmäßig und ist sehr aktiv, erklärte uns die Heimleitung. Geheim gewählt, hat er ein Anhörungs- und Mitbestimmungsrecht und das nicht nur im Gestaltungsprozess des Heimlebens, sondern auch bei Kündigungen und Entgeldänderungen.
„Das ist hier mein Zuhause“, gibt uns die 86jährige Frau Häntsch zu verstehen und beschreibt ihren Alltag: „Mir wird nicht langweilig. Wir essen gemeinsam, plaudern miteinander und helfen uns gegenseitig. Diverse Kurse werden jeden Tag angeboten. So hat jeder seine Aufgabe, wie in einer Großfamilie.“ Im Anschluss zeigte sie der Grünen Delegation stolz ihre gemütlich und für sie eigens eingerichtete Wohnung. Dass sie sich im AVENDI Seniorenpark wohl fühlt, konnte man ihr ansehen.
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